Schlechter Zahnzustand: Tipps gegen Scham und Angst vor Verurteilung beim Zahnarzt
Unsere Zähne sind den Belastungen der modernen Welt nicht gewachsen: Die Ernährung ist insgesamt zu ungesund und zu zuckerhaltig. Auch Säuren im Essen spielen eine Rolle bei der Entstehung von Karies und anderen Zahnkrankheiten. Mit Hilfsmitteln wie Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnseide können wir unsere Zähne aber reinigen und zuverlässig schützen.
Doch nicht jeder denkt regelmäßig an die konsequente Zahnpflege. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Meist sind psychische Krankheiten wie Depressionen dafür verantwortlich. Depressionen rauben uns die Motivation und den Antrieb, sodass die Körperhygiene immer schwerer fällt. Es kann auch sein, dass wir bisher noch nicht gelernt haben, wie Zahnhygiene richtig geht.
Wenn die Zähne erst einmal erkrankt sind, sollten wir so schnell wie möglich zum Zahnarzt gehen. Doch Scham und Angst können uns davon abhalten, vor allem wenn die Krankheiten bereits weit fortgeschritten sind. Was gegen diese beiden belastenden Gefühle helfen kann, verrät dieser Beitrag.
Das Gefühl Scham
Wer unter Karies, Mundgeruch oder ausfallenden Zähnen leidet, fühlt Scham. Wie jedes Gefühl beeinflusst sie unsere Gedanken und Handlungen. Wir denken schlecht über uns selbst und meiden bestimmte Situationen. Wir können uns sogar gegenüber dem Zahnarzt schämen. Manche Menschen mit schlechten Zähnen gehen wegen der Scham nicht mehr zum Zahnarzt, obwohl eine Behandlung dringend nötig wäre.
Scham ist ein sehr unangenehmes und schmerzhaftes Gefühl, das uns dazu drängt, uns von anderen zurückzuziehen. Mit ihr geht der Wunsch einher, „im Boden versinken zu wollen“. Wer sich wegen schlechter Zähne schämt, muss also viel mehr Kraft aufbringen, um zum Zahnarzt zu gehen. Scham ist eigentlich ein nützliches Gefühl, da sie uns dabei hilft, bessere Beziehungen mit unseren Mitmenschen aufzubauen. Sie kann aber auch zu groß werden und uns im Leben stark hemmen. Wenn uns die Scham wegen schlechter Zähne davon abhält, zum Zahnarzt zu gehen, kann dies als krankhaft gesteigerte Scham bezeichnet werden.
Die Angst vor Verurteilung
Zu allem Überfluss können schlechte Zähne in uns auch Angst vor der Verurteilung durch den Zahnarzt auslösen. Diese Angst wiegt besonders schwer. Wie die Scham ist Angst eigentlich ein nützliches Gefühl, denn ohne sie würden wir uns wahrscheinlich ständig unnötigen Gefahren aussetzen, die uns das Leben kosten können.
Doch auch die Angst kann uns überwältigen und dafür sorgen, dass wir „wie gelähmt“ sind. Bei Zahnerkrankungen spüren die meisten Menschen eine leichte Angst vor der Behandlung, doch sie wird in der Regel überwunden. Wenn wir wegen der Angst vor Verurteilung die Behandlung aufschieben, stimmt etwas nicht.
Diese Angst vor Verurteilung hat viel mit Scham zu tun. Wir vermeiden eine Situation, die dazu führen könnte, dass wir uns schämen. Das Sich-schämen erscheint uns als schmerzhafter als eine Spritze. Daher gehen wir nicht zum Zahnarzt. Doch das verschlimmert die Zahnprobleme weiter. Wir fühlen deswegen mehr Scham wegen unserer Zähne. Es ist also ein sich selbst verstärkender Teufelskreis, in dem wir gefangen sein können.
Tipps: Teufelskreis aus Scham und Angst verlassen
Wer unter schlechten Zähnen leidet, aber wegen Scham und Angst vor Verurteilung nicht zum Zahnarzt geht, weiß in der Regel genau, dass das alles nicht hilfreich ist und es immer schlimmer wird. Aber sowohl die Scham als auch die Angst können nicht einfach abgestellt werden. Betroffene haben aber die Möglichkeit, sich einiger Tricks zu bedienen.
Auf Angst- und Schampatienten spezialisierte Zahnärzte
Inzwischen gibt es hervorragende Zahnärzte, die über den Teufelskreis aus Scham und Angst Bescheid wissen. Sie sind auf Patienten mit diesem Problem spezialisiert. Die Praxen passen ihre Arbeit gezielt darauf an. Das bedeutet, dass sowohl die Zahnärzte als auch die Mitarbeiter Verständnis für das Problem aufbringen. Sie arbeiten mit der Haltung, dass wir alle nur Menschen mit Ecken und Kanten sind und niemand perfekt ist.
Wer von dem Teufelskreis betroffen ist, sollte gezielt nach solchen Zahnarztpraxen suchen. Man findet sie leicht im Internet, da sie auf ihren Websites darauf hinweisen, dass sie mit Angst- und Schampatienten arbeiten. Es lohnt sich auch, Zahnarzt-Bewertungen im Internet zu lesen oder in Online-Selbsthilfegruppen nach Empfehlungen zu fragen.
Offenheit gegenüber dem Zahnarzt
Es ist sinnvoll, den Zahnarzt offen darauf hinzuweisen, dass man sich wegen seiner schlechten Zähne schämt und die Behandlung deswegen lange aufgeschoben hat. Reden ist allgemein sehr hilfreich, um Gefühle abzuschwächen. Ein empathischer Zahnarzt weiß damit professionell umzugehen und kann einen Teil der schmerzhaften Gefühle lindern.
Psychotherapeuten hinzuziehen
Die im Teufelskreis gefangenen Betroffenen sollten auch der Psychotherapie eine Chance geben. Heute ist die Digitalisierung so weit fortgeschritten, dass die Therapie auf Wunsch sogar online erfolgen kann, zum Beispiel per Videochat, Telefon oder E-Mail. Psychotherapeuten kennen die wirkungsvollsten Ansätze, um stark verfestigte Gefühle aufzulösen und zu beseitigen